Ryukin Goldfisch
Der Ryukin ist eine der auffälligsten Goldfischformen: kompakt, hochrückig und mit einem ausgeprägten Nackenbuckel, der ihm eine fast majestätische Silhouette verleiht. In diesem Beitrag erfährst du Herkunft, Körperbau, Flossenform sowie praktische Hinweise zu Haltung, Fütterung und Teichansprüchen. Ob du Züchter, Teichbesitzer oder einfach nur neugierig bist — hier bekommst du kompaktes Fachwissen und handfeste Tipps, um Ryukin gesund und in Form zu halten.
Viel Spaß beim Lesen.
Bechreibung
Der Ryukin stammt ursprünglich aus China und hat den Weg nach Japan umd das Jahr 1170 herum den Weg nach Japan über die Ryukyu-Inseln geschafft. Daher auch sein Name Ryukin, was sinngemäß soviel wie „aus Ryuyu stammend“. Der Ryukin hat eine hochrückige Körperform
Körperform des Ryukin
Der Ryukin hat einen sehr hochrückigen, stark kompakten und tiefen Körper mit ausgeprägtem Nackenbuckel direkt hinter dem Kopf. Die Rückenlinie steigt steil an und fällt dann rund zum Schwanzansatz ab, wodurch die Tiere eine fast „hochgezogene“ Silhouette bekommen. Typisch sind:
Hoher Rücken / Nackenbuckel: deutlich sichtbares Merkmal, oft der am stärksten bewertete Aspekt.
Tiefer, runder Rumpf: kurz und gedrungen, Breite und Tiefe dominieren über Länge.
Kürzerer Kopf: stimmig zum gedrungenen Körper, bei manchen Zuchtformen leicht stumpf.
Idealproportion: kompakter, beinahe dreieckiger Querschnitt mit kraftvollem Mittelteil und sauberem Übergang zum Schwanzstiel.
Art und Stellung der Flossen beim Ryukin
Die Flossen beim Ryukin sind typischerweise lang, breit und anmutig getragen, wobei die Form bewertet werden sollte, ohne die Proportion zum Körper zu verlieren.
Dorsale Flosse: eine einzelne, hohe Rückenflosse, die steil aus dem Buckel herausragt und dem Fisch eine „Segel“-Optik verleiht. Sie sollte aufrecht stehen und sauber aus dem Körper wachsen.
Caudale (Schwanzflosse): zweigeteilt (doppelte Caudalflosse), oft lang, breit und stark gespalten; beim perfekten Ryukin symmetrisch, weit geöffnet und mit weichem Schwung. Bei Showtypen häufig in mehrlappigen, weiten Formen gezüchtet, wichtig ist geringe Verkrümmung und saubere Gabelung.
Pektoralen (Brustflossen): paarig, sollten lang genug sein, um elegant zu wirken, aber proportional zum Körper; helfen der Steuerung und Balance.
Ventrale (Bauchflossen): paarig, weiter hinten angesetzt; ebenfalls lang und harmonisch zur Körperhaltung.
Anale Flosse: einzelne Flosse am Unterbauch hinter dem After; sie sollte sauber geformt und frei von Deformierungen sein.
Wichtig ist die harmonische Balance: überlange, klobige Flossen wirken bei einem kurzen, sehr tiefen Körper schnell unproportioniert. Sauberer Ansatz, Symmetrie und frei von Verklebungen oder Verkrümmungen sind Qualitätsmerkmale.
Haltung von Ryukin
Auch der Ryukin ist – wie jeder Goldfisch – kein Einzelgänger. Am wohlsten fühlt er sich in Gruppen von fünf bis zehn Tieren. Als friedlicher Schwarmfisch verträgt er sich gut mit Koi und anderen Teichbewohnern. Von einer Vergesellschaftung mit Orfen bzw. Goldorfen würde ich dir jedoch abraten: Ihr deutlich anderes Schwimmverhalten kann den Ryukin stressen und seine gelassene Art kommt dadurch nicht zur Geltung.
Die Ernährung des Ryukin
Beim Futter ist der Ryukin wenig anspruchsvoll: Er nimmt problemlos Koifutter an und lässt sich ebenso gut mit handelsüblichem Goldfischfutter ernähren. Was sich von selbst versteht: Altes Brot oder Brötchen gehören nicht in den Teich. Auch minderwertiges, häufig günstiges Futter sollte vermieden werden – hier stimmt das Verhältnis von Proteinen zu Fett oft nicht, was den Stoffwechsel unnötig belastet.
Besonders kritisch wird es, wenn falsches Futter zur Verfettung im Bereich von Herz und Leber führt – das kann lebensgefährlich für deinen Ryukin werden. Die Gesundheit deiner Fische leidet immer unter ungeeignetem Futter, und nicht verwertete Nährstoffe belasten zusätzlich das Wasser.
Goldfischfutter gibt es in verschiedenen Varianten: Als Mischfutter, in Flockenform, als Sticks oder Pellets. Ich persönlich füttere ausschließlich mit Pellets und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei der Aufzucht nutze ich zusätzlich Flockenfutter, da es sich flexibel an die Größe der Jungfische anpassen lässt.
Wenn du Pellets verwendest, achte darauf, dass sie zwischen 2 mm und 3 mm groß sind. Zu kleine Pellets verteilen sich unnötig im Wasser, verschwinden hinter Pflanzen und stehen deinen Ryukin dann nicht mehr zur Verfügung. Zu große Pellets hingegen passen nicht ins Maul – und bleiben ungenutzt.
Mit etwas Geduld werden deine Ryukin übrigens schnell handzahm – ein echtes Highlight im Teich!
Teich- oder Beckengröße für den Ryukin
Der Ryukin eignet sich hervorragend für die Haltung im Teich. Für ein Aquarium ist er hingegen nur bedingt geeignet, da er mit zunehmender Größe schnell die üblichen Standardmaße sprengt. Wenn du allerdings ein Aquarium mit 1.000 Litern oder besser noch 2.000 Litern besitzt, spricht auch hier nichts gegen eine Haltung – vorausgesetzt, die Wasserqualität und Sauerstoffversorgung stimmen, unter 300 Liter sollte ein Aquarium aber auf gar keinen Fall sein.
Für die Teichhaltung gilt: Ein Volumen ab 1.000 Litern ist empfehlenswert, wenn dieser eine guter Filterung besitzt. Eine zusätzliche Belüftung sorgt für eine stabile Sauerstoffversorgung, was besonders in den warmen Sommermonaten wichtig ist.
Sicherheit am Teichrand ist ebenso entscheidend: Das Ufer sollte so gestaltet sein, dass Fressfeinde wie Katzen keinen Zugang haben. Eine 20 cm hohe Uferkante schützt zuverlässig – allerdings verhindert sie auch, dass Tiere wie Igel oder Katzen wieder herausfinden, falls sie versehentlich ins Wasser geraten. Hier ist ein Kompromiss gefragt: Sicherheit für deine Ryukin, aber auch ein Notausstieg für Landlebewesen sollte unbedingt eingeplant werden.
Naturnahe oder schwach gefilterte Teiche eignen sich ab etwa 2.000 Litern. Wichtig ist, dass du die Besatzdichte niedrig hältst, damit die Wasserwerte stabil bleiben. Eine Heizung ist in der Regel nicht notwendig, denn Ryukin gelten als winterhart und kommen mit europäischen Temperaturen gut zurecht.
Die Teichtemperatur fällt selten unter 4–6 °C, dennoch sollte der Teich nicht komplett zufrieren. Das setzt eine gewisse Tiefe voraus:
40 cm tiefe Teiche sind für den Sommer geeignet, sollten aber beschattet werden, damit sich das Wasser nicht zu stark aufheizt.
Für den Winter sind sie ungeeignet – es sei denn, du beheizt sie.
Ab 1 Meter Tiefe können Ryukin problemlos draußen überwintern.
Optimal sind Teiche mit 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe – viel tiefer sollten sie nicht sein, vor allem wenn sie nur eine Ebene haben.
Auch wenn der Ryukin als robust gilt, gibt es Ausnahmen – auf das Thema Überwinterung gehe ich später noch genauer ein.
Pflanzen
Der Ryukin ist ein Allesfresser – und das schließt auch zarte Wasserpflanzen mit ein. In kleinen Teichen mit hoher Besatzdichte überlebt kaum eine Pflanze, da die neugierigen Ryukin gerne an allem knabbern, was ihnen vor die Schnauze kommt.
Doch es gibt einige Arten, die selbst dem Ryukin nicht besonders schmecken. Dazu zählen:
Wassernuss
Froschbiss
Krebsschere
Hornkraut
Wasserpest
und die durch ihren bitteren Geschmack geschützte Teichrose
Auch manche Seerosenarten überstehen den Angriff deiner Ryukin – allerdings kommt es hier stark auf die Sorte an, pauschale Aussagen sind schwierig.
Wenn du den Uferbereich so gestaltest, dass die Fische nicht an die Wurzeln gelangen, kannst du ihn ganz nach deinen Vorstellungen bepflanzen. So bleibt dein Teich nicht nur optisch attraktiv, sondern auch ökologisch stabil – und deine Ryukin haben trotzdem genug zu entdecken.
Filterung
Ryukin werden für Goldfischverhältnisse ziemlich groß – und alles, was du verfütterst, muss auch wieder raus. Damit du lange Freude an deinen Tieren hast und sowohl die Fische als auch der Teich gesund bleiben, solltest du von Anfang an eine leistungsfähige Filteranlage einplanen. Denn erfahrungsgemäß startet man mit wenigen Tieren – aber dem ein oder anderen Ryukin kann man dann doch nicht widerstehen.
Für kleinere Teiche eignen sich besonders gut sogenannte Durchlauf- oder Druckfilter, die sich unauffällig in Ufernähe platzieren lassen. Eine Pumpe fördert das Wasser vom Teichgrund zum Filter, wo es gereinigt und anschließend wieder zurückgeführt wird.
Austauschrate: Was bedeutet das?
Wenn du viele Fische auf engem Raum halten möchtest, solltest du eine Austauschrate von ein- bis eineinhalbmal pro Stunde anstreben. Das heißt:
Bei einer Austauschrate von 1x pro Stunde muss dein gesamtes Wasservolumen einmal pro Stunde durch den Filter laufen.
Du brauchst also einen Filter, der für diesen Volumenstrom ausgelegt ist.
Zusätzlich benötigst du eine Pumpe, die stark genug ist – dabei musst du auch den Höhenunterschied und mögliche Druckverluste in den Leitungen berücksichtigen.
Beispiel:
Du hast einen 2.000-Liter-Teich, und der Filter steht auf Höhe des Wasserspiegels. → Dann solltest du eine Teichpumpe mit mindestens 3.000 Litern pro Stunde wählen, damit trotz Widerständen und Höhenverlusten am Filter noch die gewünschten 2.000 l/h ankommen.
Kann der Ryukin im Teich überwintern?
Der Ryukin gilt grundsätzlich als winterhart, dennoch kann es vereinzelt zu Problemen kommen – und das bereits bei Wassertemperaturen zwischen 12 °C und 15 °C. Wenn ein Fisch Schwierigkeiten hat, zeigt sich das meist zuerst dadurch, dass er sich am Teichboden ablegt und kaum noch aktiv ist, wobei alle anderen noch aktiv sind.
Wenn du dieses Verhalten beobachtest, bleibt dir nur eine sinnvolle Maßnahme: → Hole den betroffenen Ryukin und einige seiner Artgenossen ins Haus und überwintere sie dort in einem temperierten Becken.
Solche Fälle treten relativ selten auf, doch es gibt Zuchtbemühungen, robustere Blutlinien zu etablieren, bei denen dieses Verhalten gar nicht mehr vorkommt.
Was kostet ein Ryukin?
Kleine einjährige Ryukin starten je nach Händler oder Züchter bei etwa 15 bis 20 Euro pro Tier. Zweijährige, gut entwickelte Exemplare mit schöner Körperform und stabiler Gesundheit liegen meist im Bereich von 50 bis 70 Euro.
Besonders hochwertige Ryukin mit ausgeprägter Zeichnung, symmetrischem Rückenhöcker und guter Flossenstruktur können aber auch 150 Euro oder mehr kosten – vor allem, wenn sie aus selektiver Zucht stammen oder Showqualität erreichen.
Da Deutschland bislang kein klassisches Goldfischland ist (oder vielleicht noch nicht ist), werden solche Preise hier nur selten aufgerufen. Die absoluten Top-Tiere schaffen es daher nur vereinzelt in den deutschen Handel – viele bleiben in Japan oder gehen direkt an spezialisierte Sammler in Südostasien.
Fakten im Überblick
Beschreibung Goldfisch Varietät:
- Name: Ryukin
- Kopf: Normal
- Augen: Normal
- Körper: Hochrückig, kugelförmig
- Rückenflosse: Hoch
- Schwanzflosse: Doppelt
- Afterflosse: Normal
- Farben: Rot, Rot-Weiß. Silber, Orange, Schwarz, Schokolade, Kaliko (wie Shubunkin), Tricolor (Rot, Weiß, Schwarz)
- Größe: im Schnitt 15-20cm, Größen von über 25cm sind möglich
- Lebenserwartung: 10 bis 15 Jahre
Haltung:
- pH-Wert: 6,0 bis 8,6, optimal 7,2
- Wasserhärte: weich bis hart
- Temperatur: 4°C bis 36°C, optimal um die 24°C
- Beckengröße stark gefiltert: Ab 1.000l, 50l pro einjähriges Tier, 200l pro ausgewachsenem Ryukin
- Beckengröße schwach gefiltert: Ab 2.000l für eine Schule von 5 Ryukin, für jeden weiteren 500l
- Filter: Ja
- Belüftung: Ja
- Heizung: Nein
Bis zum nächsten Mal.
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