Goldfische überwintern: So bringst du deine Fische sicher durch den Winter
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, stellt sich für viele Halter die Frage: Können meine Goldfische im Teich überwintern – oder müssen sie ins Haus? Welche Zuchtformen sind winterhart? Wie bereitest du den Teich richtig vor? Und was ist mit Filter, Fütterung, Eisfreihaltung oder Innenhälterung?
Dieser Guide beantwortet alle wichtigen Fragen und zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine Goldfische sicher durch den Winter bringst.
Viel Spaß beim Lesen.
Welche Goldfische können draußen überwintern – und welche nicht?
Nicht alle Goldfische sind winterhart. Robust und gut geeignet für die Überwinterung im Freien sind:
gewöhnlicher Goldfisch
Kometenschweif
Sarasa
Shubunkin
Wakin
Tamasaba
Empfindliche Zuchtformen sollten immer ins Haus:
Schleierschwänze
Fische ohne Rückenflosse
stark deformierte Zuchtformen
alle Varianten, die weit vom Silbergiebel abweichen
Goldfische überwintern, Teich vs. Innenhälterung
Voraussetzungen für eine sichere Überwinterung im Teich
Wenn du deine Goldfische im Teich überwintern lassen möchtest, muss der Teich einige Voraussetzungen erfüllen, damit das überhaupt möglich ist. Allen voran ist die Tiefe entscheidend: Bei weniger als 80 cm können deine Goldfische ohne Hilfsmittel nicht sicher überwintern. In strengen Wintern stünde unter dem Eis zu wenig Wasserfläche zur Verfügung – oder der Teich könnte sogar komplett zufrieren.
Wird der Teich im Winter nicht beheizt, empfehle ich dir eine Tiefe von mindestens 100 cm. So hast du ausreichend Reserven, falls der Winter besonders kalt und lang wird. Neben der Tiefe spielt auch das Volumen eine wichtige Rolle: Es bringt dir wenig, wenn dein Teich zwar 100 cm tief ist, aber nur eine Fläche von 30 × 30 cm hat – auch hier würde der Sauerstoffgehalt schnell kritisch sinken.
So konditionierst du deine Goldfische richtig für den Winter
Goldfische werden im Sommer auf Wachstum gefüttert, und ab dem Spätsommer beginnt die Vorbereitung auf den Winter. Prüfe im Herbst, ob alle deine Goldfische ausreichend Reserven aufgebaut haben, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Goldfische, die mager aussehen, werden den Winter nicht problemlos überstehen. Wenn der Kopf deutlich größer wirkt als der restliche Körper, hat der Fisch es besonders schwer.
Achte daher ab dem Spätsommer auf eine angepasste Fütterung und beobachte, wie sich deine Tiere entwickeln. Abgemagerte Fische können bereits im Vorfeld erkrankt sein – es ist nicht ratsam, solche Tiere im Teich zu überwintern.
Herbst‑Checkliste: Diese Arbeiten musst du am Teich erledigen
Folgende Arbeiten musst du am Teich erledigen, damit deine Goldfische die bestmöglichen Chancen für eine erfolgreiche Überwinterung haben:
Entferne abgestorbene Pflanzen und hineingewehte Blätter
Schneide die Randbepflanzung und Seerosen zurück
Sauge entstandenen Schlamm ab
Schalte Bachläufe, Wasserfälle, Quellsteine und Wasserspiele ab – sie sorgen für ein schnelleres Auskühlen des Teiches
Führe einen Wasserwechsel von 50 % durch
Schütze den Teich vor Blättern mit einem Netz: Spanne es so, dass es nicht auf dem Wasser liegt, damit die Blätter nicht dennoch im Wasser verrotten
Weitere Themen wie Teichabdeckung, Dämmung, Filterbetrieb, Eisfreihaltung und Fütterung schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.
Teich heizen: Wann es sinnvoll ist – und wann nicht
Gerade im Frühling oder Herbst kann das Heizen deines Teiches dazu beitragen, die Teichsaison zu verlängern. Es macht jedoch keinen Sinn, einen ungedämmten Teich zu beheizen – insbesondere bei den aktuellen Energiepreisen würde ein Großteil der eingesetzten Energie im Erdreich verloren gehen.
Auch im Winter kann eine Heizung sinnvoll sein, vor allem wenn der Teich nicht tief genug ist. So lässt sich die Wassertemperatur bei etwa 6 °C halten. Ohne eine vernünftige Dämmung rate ich jedoch davon ab, den Teich zu beheizen.
Teich abdecken, ja oder nein?
Das Abdecken deines Teiches verhindert, dass er zu schnell auskühlt. Wenn du ihn beheizt, solltest du ihn unbedingt abdecken, um unnötigen Energieverlust zu vermeiden.
Folgende Materialien eignen sich zur Teichabdeckung:
Folie
Schwimmbadnoppenfolie
Noppenfolie
PE-Kugeln
Doppelstegplatten
Styrodurplatten
Foliengewächshaus
Glashaus
Nähere Informationen zu den Vor- und Nachteilen dieser Materialien findest du hier Teichabdeckung.
Teich dämmen: Was wirklich funktioniert (und was nicht)
Wer heizt, muss auch dämmen – sonst wird nur das Erdreich beheizt. Allerdings lässt sich nicht jeder Teich problemlos dämmen. Naturnah angelegte Teiche, die mit Teichfolie direkt auf dem Erdreich abgedichtet sind, lassen sich nur schwer isolieren.
Einfacher ist es, einen gemauerten, rechteckigen Teich zu dämmen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass dabei vor allem die Seitenwände isoliert werden sollten. So wird verhindert, dass der Teich im Sommer zu warm wird und im Winter zu schnell auskühlt – denn ein gewisser Temperaturaustausch über das Erdreich bleibt erhalten.
Komplett gedämmte Teiche müssen im Winter beheizt werden, da keine natürliche Wärmezufuhr mehr stattfindet und die Abkühlung über die Oberfläche erfolgt.
Teichfilter im Winter: Ausschalten oder weiterlaufen lassen?
In vielen Fällen kann der Teichfilter bei einer Wassertemperatur unter 8 °C abgeschaltet werden. Hast du jedoch im Verhältnis zum Wasservolumen sehr viele Goldfische im Teich, sollte der Filter auch im Winter weiterlaufen.
Wenn du den Teichfilter ausschaltest, achte unbedingt darauf, dass die Anlage vollständig entleert ist – sonst könnten Rohre oder andere Komponenten durch Frost beschädigt werden. Pumpen sollten frostfrei, aber im Wasser gelagert werden, damit die Dichtungen nicht spröde werden.
Entscheidest du dich dafür, den Filter auch im Winter laufen zu lassen, führe im Herbst eine grobe Reinigung durch: Entferne Schlamm und groben Schmutz, achte aber darauf, die biologische Filterleistung nicht zu beeinträchtigen. Drossle die Leistung der Pumpe und achte darauf, dass der Wassereinlauf nicht oberhalb der Oberfläche liegt, sondern besser in Bodennähe. So wird das Vermischen der Wasserschichten reduziert.
Den Filter solltest du vor Kälte schützen – isoliere ihn sowie die Zu- und Ablaufleitungen, damit im Winter nichts einfriert. Auf eine UV-Lampe kannst du in der kalten Jahreszeit verzichten.
Eisfreihalter: So bleibt dein Teich sicher offen
Hier siehst du meine Empfehlungen
ohne Technik
mit Heizstab
mit Belüfterstein
**Für den Gasaustausch muss über den gesamten Winter mindestens eine Stelle im Teich eisfrei bleiben. Hierfür eignen sich die im Fachhandel angebotenen Eisfreihalter. Ohne diese Möglichkeit können Fäulnisgase nicht entweichen – deine Goldfische könnten dadurch Schaden nehmen.
Es gibt drei verschiedene Typen von Eisfreihaltern:
Eisfreihalter aus Styropor Funktionieren zuverlässig bis −10 °C. Müssen regelmäßig kontrolliert werden, damit das Wasser nicht zufriert.
Eisfreihalter mit Belüfterstein Funktionieren bis −20 °C. Die aufsteigende Luft verhindert das Zufrieren der Wasseroberfläche.
Eisfreihalter mit Heizstab
Fütterung im Winter: Wie viel brauchen Goldfische wirklich?
Je nach Temperatur musst du mal mehr, mal weniger füttern. Achte darauf, dass deine Fische ausreichend Nahrung bekommen – ohne dass die Wasserwerte darunter leiden. Ab einer Wassertemperatur von 6 °C ist die Fütterung vollständig einzustellen.
Nähere Informationen zu Wassertemperaturen und zur passenden Fütterung findest du hier: Wassertemperaturen für Goldfische.
Goldfische überwintern, in der Innenhälterung
Wenn du dich dafür entschieden hast, deine Goldfische in einer Innenhälterung zu überwintern, solltest du sie rechtzeitig aus dem Teich holen – bevor die Temperaturen zu stark absinken. Spätestens bei einer Wassertemperatur von 10 °C müssen die Fische ins Haus.
Achte darauf, dass der Temperaturunterschied zwischen Teich und Innenhälterung nicht zu groß ist. Möchtest du deine Goldfische im Wohnzimmer überwintern, sollten sie bereits bei spätestens 18 °C aus dem Teich genommen werden.
Befülle die Innenhälterung mit etwa zwei Dritteln Teichwasser und ergänze den Rest mit frischem Leitungswasser. Wenn du den Teichfilter weiterverwenden möchtest, schließe ihn an und nimm ihn in Betrieb.
Hast du einen separaten Filter für die Innenhälterung, der noch nicht eingefahren ist, kannst du etwas Filtermaterial aus dem Teichfilter entnehmen und damit den Innenfilter bestücken.
Folgende Ausstattung brauchst du für eine funktionierende Innenhälterung:
Heizen, ja oder nein?
Ob du die Innenhälterung beheizt, hängt davon ab, wo sie steht und wie du deine Goldfische überwintern möchtest.
Steht das Becken im Keller oder in der Garage und du möchtest die Fische bei etwa 24 °C halten, kommst du um eine Heizung nicht herum. Hast du die Goldfische bereits im Spätsommer ins Haus geholt und sie verbringen den Winter im Wohnzimmer, ist in der Regel keine zusätzliche Heizung nötig.
Auch wenn du die Fische bei niedrigen Temperaturen in der Garage überwintern möchtest, brauchst du eine Heizung, damit die Temperatur nicht unter 6 °C sinkt. Ist die Wassertemperatur wärmer als die Umgebungstemperatur, solltest du zusätzlich eine Abdeckung verwenden – sonst kondensiert der Wasserdampf an kalten Oberflächen und es kann zu Schimmelbildung kommen.
Temperaturbereiche für die Überwinterung von Goldfischen:
- 6 °C bis 8 °C – guter Temperaturbereich für die klassische Überwinterung
- 8 °C bis 12 °C – sollte vermieden werden; in seltenen Fällen sind Bakterien, Viren und Parasiten aktiver als das Immunsystem
- 14 °C bis 16 °C – ebenfalls gut geeignet für die Überwinterung
- 22 °C bis 26 °C – optimal, wenn du die Goldfische weiterhin auf Wachstum halten möchtest
Fütterung in der Innenhälterung
Die Wassertemperatur in der Innenhälterung bestimmt, wie du deine Goldfische füttern solltest. Je nach Temperatur kannst du sie entweder auf Wachstum halten oder – bei kühler Überwinterung – die Fütterung reduzieren.
Ab einer Wassertemperatur von 6 °C sollte die Fütterung vollständig eingestellt werden.
Fazit: So bringst du deine Goldfische sicher durch den Winter
Ob im Teich oder in der Innenhälterung – mit der richtigen Vorbereitung bringst du deine Goldfische sicher durch den Winter. Teichtiefe, Filterbetrieb, Fütterung und Eisfreihaltung sind entscheidende Faktoren, die je nach Haltung und Zuchtform angepasst werden müssen.
Besonders wichtig: Beobachte deine Tiere im Herbst genau und entscheide individuell, ob eine Überwinterung im Freien möglich ist. Denn nicht jede Zuchtform ist winterhart – und nicht jeder Teich bietet die nötigen Voraussetzungen.
👉 Wie machst du es? Hast du eigene Erfahrungen mit der Überwinterung von Goldfischen – im Teich oder im Haus? Dann teile sie gern in den Kommentaren! Deine Tipps helfen anderen Haltern weiter und bereichern die Community.
Bis zum nächsten Mal.
*Hinweis: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate‑Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision – ohne zusätzliche Kosten für dich.
Wie fandest du diesen Beitrag?
Klicke auf die Sterne um zu bewerten!
Durchschnittliche Bewertung 4.8 / 5. Anzahl Bewertungen: 6
Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.
Es tut mir leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!
Wie kann ich diesen Beitrag verbessern?
