Innenhälterung Teil6b, Software für die Innehälterung

Die Software für die Innenhälterung soll die Steuerung der Pumpen, UVC-Lampen, Heizungen, Luftpumpen und Lampen übernehmen. Zusätzlich gibt es eine Lüftersteuerung, die die feuchte Luft aus dem Gartenhaus nach draußen transportieren soll. Möchtest du wissen, wie ich das umgesetzt habe, oder planst du vielleicht eine eigene Innenhälterung mit Steuerung? Dann ist dieser Blog genau das Richtige für dich.

Viel Spaß beim Lesen.

Die Software für die Innenhälterung

Die Software für die Innenhälterung wird im Programm LOGO! Soft Comfort geschrieben. Um die Software übersichtlicher zu gestalten und Funktionen mehrfach verwenden zu können, werden UDF-Blöcke eingesetzt. UDF steht für ‚User Defined Function‘, also benutzerdefinierte Funktionen. Diese können separat erstellt und anschließend als UDF-Block wieder in die Software eingebaut werden.

Was passiert nach einem Stromausfall

Die Software für die Innenhälterung ist so programmiert, dass alle lebensnotwendigen Funktionen automatisch wieder eingeschaltet werden. Durch Aktivieren der ‚Remanenz-Funktion‘ der RS-Glieder wird sichergestellt, dass diese beim Wiederanlauf nach einem Stromausfall ihren Status vor dem Stromausfall wieder einnehmen. Dadurch bleiben die Wasserpumpen, UVC-Lampen, Heizungen und insbesondere die Luftpumpen aktiv. Um dem Nutzer dennoch anzuzeigen, dass ein Problem aufgetreten ist, bleibt die Lichtsteuerung nach einem Stromausfall deaktiviert.

Die Steuerung der Becken

Im folgenden Bild ist die Steuerung der Pumpen, UVC-Lampen, Luftpumpen und Heizungen dargestellt. Ganz oben kann über den Taster ‚UVC-Lampe‘ ausgewählt werden, ob diese dauerhaft eingeschaltet sein soll oder ob sie über die astronomische Uhr B112 nur dann aktiviert wird, wenn die Sonne scheint. Warum das so ist? Dazu erfährst du mehr in einem Blog über die Integration eines Balkonkraftwerks in die Innenhälterung. Außerdem ist zu erkennen, wie die Taster der Becken 1 bis Becken 3 sowie der Schlüsselschalter jeweils mit dem UDF-Wartung verbunden sind und von dort aus die Komponenten angesteuert werden. Was genau im UDF-Wartung geschieht, wird später erläutert.

Im nächsten Bild ist die Steuerung des Lichts und der Lüftung abgebildet. Die Lichtsteuerung 1 und die Lichtsteuerung 2 unterscheiden sich lediglich durch den eingestellten Timer. Jedes Becken verfügt über zwei Lampen, die nacheinander aus- bzw. eingeschaltet werden. So werden die Goldfische nicht abrupt aus ihrem Schlaf gerissen, sondern sanft geweckt bzw. darauf vorbereitet, dass das Licht bald vollständig ausgeht. Beide UDF-Blöcke werden später noch detailliert beschrieben.

Software für die Innenhälterung: SW-Teil2

Software für die Innenhälterung UDF-Wartungsschalter

Der UDF-Wartungsschalter verfügt über zwei Eingänge: den Schlüsselschalter und den Taster für das jeweilige Becken. Im UDF selbst wird die Steuerung für die Signallampe des Tasters,  die erste Gruppe (UVC, Luft, Heizung) und die Pumpe übernommen.

Zwei Funktionen verhindern ein dauerhaftes unbeabsichtigtes Ausschalten. Der UDF-Wartungsschalter übernimmt alle lebensnotwendigen Funktionen innerhalb der Software für die Innenhälterung.

Aktivieren und Deaktivieren

Die Software für die Innenhälterung ist so programmiert, dass sie die Anlage nur aktivieren bzw. deaktivieren lässt, solange der Schlüsselschalter betätigt ist. Dies verhindert ein versehentliches Ausschalten der Anlage, was zum Verlust der Fische führen könnte. Der Taster und der Schlüsselschalter sind über B042 verundet und setzen dann das RS-Glied auf ‚Ein‘ bzw. wieder auf ‚Aus‘. Von dort geht es weiter zum Merker M6, der über B044 die Signallampe, über B045 die erste Gruppe und über B050 die Pumpe dauerhaft ansteuert. Dies entspricht dem Normalbetrieb.

Kurzzeitiges Ausschalten der ersten Gruppe

Im Betrieb kann es vorkommen, dass kurzzeitig die UVC-Lampe, die Luftpumpe und die Heizung deaktiviert werden müssen. Dazu dient die erste Funktion. Wenn der Schlüsselschalter deaktiviert ist und der Taster kurz gedrückt wird, wird die erste Gruppe deaktiviert. Diese Funktion wird nur ausgeführt, wenn der Schlüsselschalter nicht betätigt ist, die Anlage eingeschaltet ist, die Pumpe läuft und der Taster betätigt wurde. Dies wird im Block B046 überprüft. Sollten alle Bedingungen erfüllt sein, wird der Timer B047 auf 20 Minuten gestartet und die Funktion über das RS-Glied B048 gesetzt.

Über den Baustein B057, einen Impulsgeber, wird der Zustand dem Nutzer angezeigt: Die Signallampe hat dabei eine Hellphase von eine Sekunden und eine Dunkelphase von fünf Sekunde. Nach Ablauf des Timers wird die Gruppe 1 automatisch wieder aktiviert. So wird sichergestellt, dass die Gruppe 1 nach einer Deaktivierung nicht dauerhaft ausgeschaltet bleibt, was im schlimmsten Fall zum Ersticken der Goldfische führen könnte, da die Luftversorgung unterbrochen wäre. Auch hier zeigt sich, dass die Software für die Innenhälterung einen Sicherheitsaspekt integriert hat.

Kurzzeitiges Auschalten der ersten Gruppe und der Pumpe

Für Reinigungszwecke des Filters, der UVC-Lampe oder der Pumpe kann die Anlage für 20 Minuten komplett deaktiviert werden. Dazu darf der Schlüsselschalter nicht aktiviert sein, die Anlage muss laufen und der Taster muss länger als 2 Sekunden betätigt werden. Danach wird der Timer B052 aktiviert und das RS-Glied B054 schaltet die Funktion ein. Der Zustand wird dem Nutzer über die Signallampe angezeigt, diesmal jedoch mit vertauschter Hell- und Dunkelphase: Die Signalleuchte hat eine Hellphase von fünf Sekunden und eine Dunkelphase von einer Sekunde. Nach Ablauf des Timers wird die Anlage automatisch wieder gestartet, unabhängig davon, ob die Arbeiten abgeschlossen sind oder nicht. Sicherheit steht in der Software für die Innenhälterung immer an erster Stelle.

Software für die Innenhälterung UDF-Lichtsteuerung

Wie oben bereits erwähnt, unterscheiden sich die beiden UDF-Lichtsteuerungen nicht in ihrer Funktionalität, sondern lediglich in den gesetzten Timern. Durch Drücken des Tasters lässt sich die Lichtfunktion ein- bzw. ausschalten. Anschließend erfolgt das Ein- und Ausschalten der Lampe automatisch gemäß den eingestellten Timern.

Die Timer

Zeitraum Lampe vorne Lampe hinten
April, Oktober & November
Ein: 8:00Uhr; Aus: 19:00Uhr
Ein: 6:50; Aus: 19:30Uhr
Dezember bis einschließlich März
Ein: 30min nach Sonnenaufgang; Aus: 30min vor Sonnenuntergang
Ein: Bei Sonnenaufgang; Aus: Bei Sonnenuntergang
Mai bis einschließlich September
Ein: 7:00Uhr; Aus: 21:00Uhr
Ein: 6:00Uhr; Aus: 22:00Uhr

Aktivierung über Langdruck

Sollte das Licht bereits automatisch deaktiviert worden sein, kann es durch Drücken des Tasters für über zwei Sekunden wieder eingeschaltet werden. Das Licht bleibt dann für 30 Minuten eingeschaltet und schaltet sich anschließend automatisch wieder aus. Diese Funktion deaktiviert jedoch den Automatikmodus, sodass dieser durch erneutes Drücken des Tasters wieder aktiviert werden muss. Wenn die Timer bereits abgelaufen sind, bleibt die Beleuchtung für drei Sekunden eingeschaltet und wechselt dann in den Automatikmodus. Sind die Timer hingegen noch nicht abgelaufen, leuchtet die Lampe entsprechend der Timereinstellungen.

Software für die Innenhälterung UDF-Lüftersteuerung

Der UDF-Block für die Lüftersteuerung verfügt über einen Eingang und zwei Ausgänge. Mit den beiden Ausgängen werden der Lüfter selbst und die Kontrollleuchte gesteuert. Wird durch Drücken des Tasters der Automatikmodus eingeschaltet, blinkt die Signalleuchte 15 Sekunden lang mit einer Hell- und Dunkelphase von jeweils einer Sekunde, um dem Nutzer anzuzeigen, dass der Modus nun aktiv ist. Danach leuchtet die Signallampe dauerhaft. Im Automatikmodus wird der Lüfter dreimal am Tag eingeschaltet:

  • 8:00 Uhr für 30 Minuten

  • 15:00 Uhr für 60 Minuten

  • 20:00 Uhr für 30 Minuten

Einschalten im Automatikmodus

Auch hier verfügt die Software für die Innenhälterung über die Funktion, den Automatikmodus durch einen Langdruck des Tasters zu überstimmen und den Lüfter einzuschalten. Durch Drücken des Tasters für mehr als zwei Sekunden wird der Lüfter aktiviert und nach 30 Minuten automatisch wieder deaktiviert. Dadurch wird der Automatikmodus ebenfalls beendet und muss anschließend neu gestartet werden.

Das Goldfischhobby ist sehr umfangreich, und es zeigt sich, dass auch hier die Software Einzug gehalten hat. Richtig programmierte Systeme unterstützen den Goldfischhalter und schützen vor allem die Goldfische. Die Software für die Innenhälterung beinhaltet, wie du gesehen hast, mehrere Notfunktionen, die einen sicheren Betrieb gewährleisten sollen.

Fazit

Die Software bildet das Rückgrat der Innenhälterung und sorgt für sicheren, automatisierten Betrieb der Pumpen, UVC‑Lampen, Heizungen, Luftpumpen und der Lüftung. Durch modulare UDF‑Blöcke bleibt die Logik übersichtlich und wiederverwendbar, was Wartung und Erweiterungen erleichtert. Remanenz nach Stromausfall und der Schlüsselschalter verhindern unbeabsichtigte Abschaltungen lebenswichtiger Funktionen. Temporäre Abschaltfunktionen mit Timern schützen vor längeren Ausfällen durch Bedienfehler und ermöglichen sichere Wartungsarbeiten. Automatik‑ und Übersteuerungsfunktionen bei Licht und Lüftung bieten Flexibilität im Alltag, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Wer diese Softwareprinzipien umsetzt und ausführlich testet, reduziert Risiken für die Fische, vereinfacht den Betrieb und schafft eine robuste Grundlage für künftige Erweiterungen.

> > Wie fandest du diesen Blog? War er dir zu technisch, oder kam er gerade recht, da du selbst eine Innenhälterung planst und so neue Denkanstöße erhalten hast?

Hier geht es zu Teil7

Bis zum nächsten Mal.

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