PE-Folie zur Abdichtung – robust, bioneutral und goldfischgerecht

Wer japanische Goldfische hält, braucht eine zuverlässige Abdichtung – egal ob für Aufzuchtbecken, Innenhälterung oder Gartenteich. PE-Folie, insbesondere HDPE, gilt als umweltfreundliche und langlebige Lösung mit hoher chemischer Beständigkeit.

In diesem Beitrag zeige ich, wann PE-Folie sinnvoll ist, worauf du bei Auswahl und Verlegung achten solltest und wie sie sich im Vergleich zu PVC und EPDM schlägt.

Viel Spaß beim Lesen.

Warum überhaupt abdichten?

  • Erdreich ist nicht dicht: Auch lehmige Böden lassen Wasser durch – mal schneller, mal langsamer. Ohne Abdichtung versickert das Wasser, und der Wasserstand schwankt.

  • Betonschalsteine sind nicht 100 % dicht: Sie lassen Feuchtigkeit durch, was zu Wasserverlust und feuchten Stellen führen kann. Ohne Folie bleibt die Anlage langfristig instabil.

Eine gute Abdichtung sorgt für konstante Wasserstände, saubere Wasserwerte und weniger Stress für die Tiere.

Was ist eigentlich PE? Herkunft, Zusammensetzung und Herstellung

PE steht für Polyethylen – einen der weltweit am häufigsten verwendeten Kunststoffe. In der Teichabdichtung wird meist HDPE (High-Density Polyethylen) oder LDPE (Low-Density Polyethylen) eingesetzt. PE-Folien sind robust, chemikalienbeständig und umweltfreundlicher als viele andere Materialien – aber auch weniger flexibel und schwieriger zu verarbeiten.

💡 Mehr wissen? Wenn du tiefer in die Hintergründe zu PE-Folie eintauchen möchtest – z. B. zur Zusammensetzung, Geschichte oder Herstellung – kannst du die folgenden Infos einfach einblenden. Du brauchst gerade nur die Praxis? Kein Problem – du kannst diesen Abschnitt auch überspringen und direkt mit der Verarbeitung weitermachen.

Zusammensetzung

Zusammenfassung

Polyethylen ist ein thermoplastischer Kunststoff, der ausschließlich aus Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H) besteht – also aus den gleichen Grundelementen wie Pflanzen, Tiere und Menschen.

  • HDPE (High-Density PE): hohe Dichte, fest, formstabil, chemikalienresistent

  • LDPE (Low-Density PE): weicher, elastischer, aber mechanisch weniger belastbar

💡 Für Teichabdichtungen wird fast ausschließlich HDPE-Folie verwendet – sie ist UV-beständig, langlebig und fischverträglich, aber nicht so flexibel wie PVC oder EPDM.

Geschichte und Entwicklung

Polyethylen wurde 1933 zufällig in einem britischen Chemielabor entdeckt. Die industrielle Produktion begann in den 1950er-Jahren, zunächst für Kabelisolierungen und Verpackungen.

Mit der Entwicklung von HDPE in den 1950er- und 60er-Jahren wurde PE auch für Rohre, Behälter und Abdichtungen interessant – darunter auch für Teich- und Deponiefolien.

Heute ist PE der weltweit meistproduzierte Kunststoff – wegen seiner Vielseitigkeit, Recyclingfähigkeit und günstigen Herstellung.

Herstellung

Die Herstellung von PE-Folie erfolgt durch Polymerisation von Ethen (Ethylen, C₂H₄) – einem Gas, das aus Erdöl oder Erdgas gewonnen wird.

  1. Polymerisation zu langen PE-Ketten

  2. Zugabe von Additiven – z. B. UV-Stabilisatoren, Antioxidantien

  3. Extrusion oder Blasfolienverfahren – zur Herstellung von Bahnen

  4. Abkühlung, Zuschnitt und Konfektionierung

💡 PE-Folien enthalten keine Weichmacher und sind daher bioneutral – sie geben keine Schadstoffe ans Wasser ab.

Umweltaspekte

  • Recyclingfähig – PE kann mehrfach wiederverwendet werden
  • Bioneutral – keine Ausdünstung, keine Schadstoffmigration

  • Langlebig – HDPE-Folien halten 20–30 Jahre, oft länger

  • Schweißbar – Verbindungen erfolgen durch Heißluft oder Extrusionsschweißen

Vergleich mit anderen Materialien

Material Preis Lebensdauer Lebensdauer Verlegen/Reparatur Umweltaspekt
PVC
günstig
mittel (10–15 Jahre)
mäßig
sehr gut
mäßig (Weichmacher)
EPDM
höher
hoch (20–30 Jahre)
sehr gut
gut
besser
PE/HDPE
mittel
hoch (20-30 Jahre)
gut
schwierig
gut

Vorteile von PE-Folie zur Abdichtung

Nachteile von PE-Folie zur Abdichtung

Verarbeitung von PE-Folie

PE-Folien miteinander verbinden

    • Heißluftschweißen oder Extrusionsschweißen: Für dauerhafte, dichte Verbindungen

    • Überlappung von 10–15 cm einplanen

    • Saubere, trockene Flächen sind Voraussetzung

    • Schweißgerät mit Temperaturregelung verwenden

💡 Tipp: Übe das Schweißen an Reststücken – PE reagiert anders als PVC oder EPDM und braucht präzise Temperaturführung.

PE-Folie kürzen

  • Mit stabiler Schere, Cuttermesser oder Elektroschneider

  • Für Rundungen: Vorzeichnen mit Filzstift, dann langsam schneiden

  • Material ist zäh – lieber in mehreren Zügen schneiden als mit Gewalt

Verlegung – was es zu beachten gibt

  1. Untergrund vorbereiten

    • Steine, Wurzeln, scharfe Kanten entfernen

    • Boden leicht verdichten

  2. Geotextilvlies auslegen

    • Schutz vor mechanischen Schäden

    • Stärke: 300–600 g/m²

  3. Folie ausrollen und entspannen lassen

    • Bei milden Temperaturen verarbeiten

    • Falten glätten, nicht unter Spannung verlegen

  4. Anpassen und zuschneiden

    • Überstände einplanen

    • Ecken sauber ausformen

  5. Verbindung und Fixierung

    • Mit Heißluft oder Extrusionsschweißung

    • Ränder mechanisch sichern (Kies, Leisten, Profile)

  6. Dichtigkeitsprüfung

    • Sichtkontrolle vor dem Befüllen

    • Nach dem Befüllen: 24–48 h beobachten

💡 Tipp: PE ist formstabil – achte auf saubere Übergänge, damit sich keine Spannung auf die Nahtbereiche legt.

Fazit: PE-Folie – die robuste Lösung für stabile Teichabdichtung

PE-Folie, besonders HDPE, ist eine langlebige, fischverträgliche und umweltfreundliche Abdichtungslösung für Teiche und Becken. Sie eignet sich besonders für große, geradlinige Anlagen, bei denen Stabilität und Dichtheit im Vordergrund stehen. Für komplexe Formen oder DIY-Projekte ist sie weniger flexibel – aber in Sachen Nachhaltigkeit und chemischer Beständigkeit ganz vorne mit dabei.

Hast du schon einmal PE-Folie selbst verschweißt? Welche Tipps würdest du Einsteigern geben? Ich freue mich über deinen Kommentar – besonders, wenn du eigene DIY-Erfahrungen teilen möchtest.

Bis zum nächsten Mal.

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