Wakin & Watonai Goldfisch

Heute beschäftigen wir uns mit einer der ältesten Mutationen des gewöhnlichen Goldfisches – der Varietät Wakin – sowie seiner eng verwandten Varietät, dem Watonai. Was diese beiden Varietäten so besonders macht, welche Anforderungen sie an die Haltung stellen, wie du sie sicher voneinander unterscheiden kannst und viele weitere Informationen findest du hier.

Viel Spaß beim Lesen.

Wakin Goldfisch: Goldfische züchten: Auswahl der Elterntiere
Watonai

Beschreibung Wakin

Der Name Wakin leitet sich von Wakin‑gyo (和金魚) ab, was „japanischer goldener Fisch“ bedeutet. Im Laufe der Zeit wurde das gyo (Fisch) im Sprachgebrauch weggelassen, sodass die Varietät heute schlicht Wakin genannt wird.

Der Wakin ist eine der ältesten japanischen Goldfischvarietäten und wurde vermutlich aus chinesischen Goldfischen entwickelt, die im 16. Jahrhundert nach Japan gelangten. Damit zählt er zu den frühesten und traditionsreichsten Zuchtformen Japans.

Der Wakin besitzt einen kräftigen, langgestreckten Körperbau, der zwischen der Körperform eines gewöhnlichen Goldfisches und der eines leicht eierförmigen Goldfisches liegt – jedoch nicht die ausgeprägt runde, eiförmige Form von Fantail, Ryukin oder Ranchu aufweist. Die Körperhöhe sollte etwa ein Drittel der Körperlänge betragen, was dem modernen Standard entspricht.

Die Rückenflosse ist einfach, alle anderen Flossen – einschließlich der Brust-, Bauch- und Afterflossen – sind paarig. Das Zuchtziel schreibt eine zweifache Afterflosse vor. Es gibt jedoch Wakin, die nur eine Afterflosse besitzen. Dies führt bei der Bewertung zu Punktabzug, aber erst das vollständige Fehlen der Afterflosse führt zur Disqualifikation.

Typisch für den Wakin ist die geteilte, gegabelte Doppelschwanzflosse, die leicht über der Horizontalen getragen und gut gespreizt sein soll. Diese Flossenform verleiht ihm seine charakteristische Eleganz und macht ihn zu einer der ästhetischsten traditionellen Goldfischformen.

Wakin erreichen im Schnitt etwa 30 cm, große Exemplare bis 40 cm sind möglich. Die häufigsten Farben sind Rot, Rot‑Weiß (Sarasa), Weiß, Orange und Orange‑Weiß. Calico‑Wakin existieren ebenfalls, gelten jedoch genetisch nicht als reine Wakin‑Linie, da der Calico‑Farbprozess auf einer anderen genetischen Grundlage beruht.

Beschreibung Watonai

Der Watonai ist eine vergleichsweise junge, aber in Japan sehr geschätzte Goldfischvarietät. Er entstand aus einer gezielten Kreuzung zwischen Wakin und Ryukin. Ziel dieser Zucht war es, die robuste, langgestreckte Körperform des Wakin mit der eleganten, langen Flossenpracht des Ryukin zu vereinen. Das Ergebnis ist ein Goldfisch, der sowohl kraftvoll als auch außergewöhnlich anmutig wirkt und sich deutlich von anderen Doppelschwanzformen unterscheidet.

Der Watonai besitzt einen kräftigen, langgezogenen Körper, der deutlich näher am Wakin liegt als am Ryukin. Er zeigt keine ausgeprägte Rückenwölbung und auch keine runde, hochrückige Körperform, wie sie für Ryukin typisch wäre. Stattdessen liegt seine Körperform zwischen dem schlanken, muskulösen Wakin und einem etwas kompakteren Goldfisch, ohne jedoch jemals rund oder gedrungen zu wirken. Die Körperhöhe beträgt etwa ein Drittel der Körperlänge.

Die Flossen des Watonai sind sein auffälligstes Merkmal. Die Rückenflosse ist einfach, während Brust-, Bauch- und Afterflossen paarig ausgebildet sind. Die Anforderungen an die Afterflossen entsprechen denen des Wakin: Das Zuchtziel sieht eine zweifache Afterflosse vor. Tiere mit nur einer Afterflosse werden – wie beim Wakin – abgewertet, während das vollständige Fehlen der Afterflosse zum Ausschluss führt. 

Die Schwanzflosse ist doppelt, gut gespreizt und deutlich länger als beim Wakin. Sie erinnert in ihrer Länge und Bewegung an die eines langflossigen Kometen, bleibt jedoch klar eine Doppelschwanzflosse. Diese außergewöhnlich langen, weich fließenden Flossen verleihen dem Watonai seine besondere Eleganz und machen ihn zu einem der schönsten modernen Teichgoldfische.

Watonai erreichen im Teich meist eine Größe von 30 bis 35 cm, in Ausnahmefällen auch darüber. Durch die langen Flossen wirken sie optisch noch größer und majestätischer. Farblich zeigt der Watonai eine große Vielfalt. Neben den klassischen Farben Rot, Rot‑Weiß, Weiß und Orange sind auch Gelb, Metallic‑Varianten und besonders häufig Calico‑Farbschläge zu finden. Gerade Calico‑Watonai sind sehr beliebt, da die langen Flossen die Farbmuster eindrucksvoll zur Geltung bringen.

Der Watonai gilt als ruhiger, eleganter Schwimmer. Er ist stabiler als ein langflossiger Komet, aber deutlich anmutiger als ein Wakin. Aufgrund seiner langen Flossen reagiert er jedoch empfindlicher auf starke Strömung und scharfkantige Strukturen im Teich. Insgesamt ist er dennoch robust und winterhart, wenngleich etwas empfindlicher als der Wakin. In Europa ist der Watonai nach wie vor selten, und hochwertige Tiere sind entsprechend begehrt.

Haltung

Sowohl der Wakin als auch der Watonai sind – wie alle Goldfische – keine Einzelgänger. Am wohlsten fühlen sie sich in einer Gruppe von mindestens fünf Tieren, wobei eine Gruppengröße von 5 bis 10 Goldfischen als ideal gilt. Beide Varietäten sind friedliche, soziale Fische und lassen sich gut mit Koi oder anderen ruhigen Teichfischen vergesellschaften.

Von einer gemeinsamen Haltung mit Orfen bzw. Goldorfen ist jedoch abzuraten. Orfen sind deutlich schnellere und aktivere Schwimmer, nutzen andere Wasserschichten und können durch ihr hektisches Verhalten sowohl Wakin als auch Watonai dauerhaft stressen. Dadurch kommen die ruhige, gelassene Art und das natürliche Verhalten dieser Goldfischvarietäten nicht zur Geltung, und langfristig kann Stress ihre Gesundheit beeinträchtigen.

Wakin & Watonai Goldfisch Ernährung

Sowohl der Wakin als auch der Watonai gelten beim Futter als ausgesprochen anspruchslos. Beide Varietäten können problemlos mit handelsüblichem Goldfischfutter ernährt werden. Selbstverständlich sollten jedoch keine ungeeigneten Nahrungsmittel wie altes Brot oder Brötchen verfüttert werden. Auch sehr minderwertiges oder extrem günstiges Futter ist nicht empfehlenswert, da hier das Verhältnis von Proteinen zu Fetten häufig nicht stimmt. Ein unausgewogenes Futter belastet den Stoffwechsel unnötig, beeinträchtigt langfristig die Gesundheit der Fische und führt dazu, dass unverwertete Nährstoffe das Wasser belasten.

Goldfischfutter ist in verschiedenen Formen erhältlich – als Flocken, Sticks, Pellets oder Mischfutter. Ich selbst füttere meine Tiere überwiegend mit Pellets und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei der Aufzucht junger Fische verwende ich zusätzlich Flockenfutter, da es sich leichter an die jeweilige Fischgröße anpassen lässt.

Wenn du Pellets fütterst, solltest du darauf achten, dass sie eine Größe von 2 bis 3 mm haben. Zu kleine Pellets verteilen sich schnell im Wasser, rutschen hinter Pflanzen oder in den Bodengrund und stehen den Fischen dann nicht mehr zur Verfügung. Zu große Pellets können dagegen nur schwer aufgenommen werden, da Wakin und Watonai sie nicht richtig ins Maul bekommen.

Mit etwas Geduld lassen sich beide Varietäten gut handzahm füttern. Sie bleiben jedoch – besonders im Vergleich zu sehr ruhigen, gedrungenen Formen wie Ranchu oder Fantail – etwas lebendiger und aktiver, was völlig normal ist und ihrem natürlichen Verhalten entspricht.

Ich füttere meine Fische ausschließlich mit Pellets und habe hiermit gute Erfahrungen gesammelt. Bei der Aufzucht von Fischen nutze ich aber auch Flockenfutter, da dieses individuell an die Größe der Fische angepasst werden kann. Du solltest aber darauf achten, dass wenn du Pellets fütterst, sie zwischen 2mm und 3mm groß sind. Bei zu kleinen verteilen sie sich nur unnötig in deinem Wasser und landen dann zu schnell hinter Pflanzen, und stehen dann deinen Wakin nicht mehr zur Verfügung. Zu groß sollten sie aber auch nicht sein, denn sonst bekommen sie die Pellets nicht ins Maul. Mit ein bisschen Geduld bekommst du deine Wakin handzahm, sie sind aber bei weitem nicht so gelassen, wie beispielsweise Wakin.

Teich- oder Beckengröße

Sowohl der Wakin als auch der Watonai eignen sich hervorragend für die Haltung im Teich. Für ein Aquarium sind beide Varietäten aufgrund ihrer möglichen Endgröße und ihres aktiven Schwimmverhaltens nur bedingt geeignet. Die üblichen Standardaquarien bieten ihnen auf Dauer nicht genügend Platz. Erst ab einem Volumen von 1.000 Litern, besser noch 2.000 Litern, kann man über eine Haltung im Aquarium nachdenken. In solchen Größenordnungen ist ausreichend Schwimmraum vorhanden, und die Wasserstabilität ist deutlich höher.

Für die Teichhaltung gilt ein Mindestvolumen von 1.000 Litern, vorausgesetzt, der Teich verfügt über eine sehr gute Filterung. Eine zusätzliche Belüftung ist empfehlenswert, da Wakin und Watonai – besonders im Sommer – auf eine stabile Sauerstoffversorgung angewiesen sind. Eine gute Wasserbewegung und Sauerstoffeintrag unterstützen ihre Gesundheit und ihr aktives Schwimmverhalten.

Auch die Ufergestaltung spielt eine wichtige Rolle. Das Ufer sollte so angelegt sein, dass Fressfeinde wie Katzen oder Reiher nicht leicht an die Fische gelangen können. Eine um etwa 20 cm erhöhte Uferkante bietet einen gewissen Schutz, hat jedoch den Nachteil, dass Tiere wie Igel oder Katzen, die versehentlich ins Wasser geraten, nicht mehr selbstständig herausfinden. Hier ist ein sinnvoller Kompromiss zwischen Sicherheit für die Fische und Sicherheit für Wildtiere notwendig. Ein gut platzierter Notausstieg – beispielsweise eine flache Rampe oder ein schräg eingesetzter Stein – ist daher unverzichtbar, damit Tiere, die unbeabsichtigt ins Wasser geraten, den Teich wieder verlassen können.

Das Ufer solltest du so gestalten, damit keine Fischfeinde deine Wakin gefährlich werden können. Ein um 20cm erhöhtes Ufer schützt deine Wakin sicher vor den Angriffen der Katze des Nachbarn, allerdings sorgt diese Erhöhung auch dazu, dass keine Tiere mehr den Weg hinausschaffen, weder Igel noch Katze selbst. Du musst also einen Kompromiss von Sicherheit für die Wakin und der Sicherheit der Landlebewesen finden. Baue auf jeden Fall einen Notausstieg mit ein, für alle die versehentlich ins Wasser gelangt sind.

Naturnahe Teiche

Naturnahe oder nur sehr schwach gefilterte Teiche eignen sich für Wakin und Watonai ab einer Größe von mindestens 2.000 Litern. In solchen Systemen ist es besonders wichtig, die Besatzdichte niedrig zu halten, damit die Wasserwerte stabil bleiben und genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Eine Heizung ist im Regelfall nicht notwendig, da die Teichtemperaturen in Mitteleuropa nur selten unter 4–6 °C fallen. Entscheidend ist jedoch, dass der Teich nicht vollständig zufriert, damit weiterhin ein Gasaustausch stattfinden kann.

Diese Aussage gilt allerdings nur für Teiche mit ausreichender Tiefe. Sehr flache Teiche mit nur 40 cm Wassertiefe eignen sich zwar gut für die Sommerhaltung, müssen aber im Hochsommer vor Überhitzung geschützt werden – beispielsweise durch Beschattung. Für die Überwinterung sind solche Teiche jedoch ungeeignet, es sei denn, sie werden aktiv beheizt oder frostfrei gehalten.

Ab einer Tiefe von 1 Meter können Wakin und Watonai problemlos im Freien überwintern. Optimal sind Teiche mit 1,20 m bis 1,50 m Tiefe, da sie genügend frostfreie Zonen bieten, ohne dass der Teich unnötig tief wird. Sehr tiefe Teiche mit nur einer Ebene sind weniger ideal, da sie thermisch ungünstig sein können und den Fischen weniger strukturierte Rückzugsräume bieten.

Beide Varietäten gelten als winterhart und kommen mit den europäischen Wassertemperaturen in der Regel gut zurecht. Dennoch gibt es – wie bei allen Goldfischformen – individuelle Unterschiede in der Wintertoleranz. Auf besondere Aspekte der Überwinterung gehe ich im entsprechenden Kapitel noch detaillierter ein.

Wakin oder Watonai Goldfisch & Pflanzen

Sowohl der Wakin als auch der Watonai sind typische Allesfresser. Dazu gehört, dass auch zarte Wasserpflanzen auf ihrem Speiseplan stehen. In kleineren Teichen oder in Becken mit hoher Besatzdichte überlebt daher kaum eine empfindliche Pflanze, da die Fische ständig an jungen Trieben und weichen Blättern zupfen. Dennoch gibt es einige Pflanzenarten, die selbst von diesen beiden Varietäten weitgehend verschont bleiben. Dazu zählen Wassernuss, Froschbiss, Krebsschere, Hornkraut, Wasserpest sowie die durch ihren bitteren Geschmack geschützte Teichrose. Auch manche Seerosen werden nicht gefressen, doch dies hängt stark von der jeweiligen Sorte ab und lässt sich nicht pauschal sagen.

Gestaltet man den Uferbereich so, dass die Fische nicht an die Wurzeln gelangen, kann dieser Bereich problemlos und nach Belieben bepflanzt werden. Besonders robuste Pflanzen oder solche, deren Wurzeln gut geschützt sind, eignen sich hervorragend, um dem Teich Struktur zu geben, ohne dass sie von Wakin oder Watonai beschädigt werden.

Filterung

Ein guter Filter ist für die Haltung von Wakin und Watonai unverzichtbar, wenn du langfristig Freude an deinen Tieren haben möchtest und sowohl Fische als auch Teich gesund bleiben sollen. Viele Teichbesitzer beginnen mit wenigen Tieren, doch gerade bei diesen Varietäten fällt es schwer, dem ein oder anderen schönen Exemplar zu widerstehen – und mit wachsender Fischzahl steigt auch die Belastung des Wassers. Eine solide Filteranlage ist daher von Anfang an sinnvoll.

Für kleinere Teiche eignen sich besonders Durchlauffilter oder Druckfilter, die sich gut am Ufer verstecken lassen. Eine Pumpe fördert das Wasser vom Teichgrund zum Filter, wo es mechanisch und biologisch gereinigt wird, bevor es wieder zurück in den Teich gelangt. Für größere Teiche empfehle ich den Einsatz eines Bürstenfilters im Schwerkraftprinzip. Diese Filter zeichnen sich durch eine sehr gute Abbauleistung sowie einen vergleichsweise geringen Energie- und Wasserverbrauch aus.

Wenn du viele Fische auf relativ kleinem Raum halten möchtest, solltest du eine Austauschrate von ein- bis eineinhalbmal pro Stunde anstreben. Das bedeutet, dass das gesamte Wasservolumen deines Teiches innerhalb einer Stunde einmal durch den Filter laufen sollte. Dafür benötigst du einerseits einen Filter, der für diesen Durchfluss ausgelegt ist, und andererseits eine ausreichend starke Pumpe. Dabei musst du auch den Höhenunterschied zwischen Pumpe und Filter sowie Druckverluste in den Leitungen berücksichtigen. Für Druckverluste in den Leitungen gibt es hier einen Rechner: Goldfischteich: Auslegung der Verrohrung

Ein Beispiel: Hat dein Teich ein Volumen von 2.000 Litern und der Filter steht auf Höhe des Wasserspiegels, solltest du eine Pumpe mit etwa 3.000 Litern pro Stunde wählen. So stellst du sicher, dass trotz Leitungs- und Höhenverlusten am Filter noch die gewünschten 2.000 l/h ankommen. Wie du deine Teichpumpe richtig dimensionierst, erfährst du im Kapitel Teichpumpe berechnen

Eine ausführliche Erklärung aller gängigen Filtertypen – von Druckfiltern über Mehrkammerfilter bis hin zu Schwerkraftsystemen – findest du in meinem Blogbereich Teichfilter, wo ich die Funktionsweise, Vor- und Nachteile und Einsatzbereiche der verschiedenen Systeme detailliert vorstelle.

Wakin & Watonai Goldfisch Preise

Die Preise für Wakin und Watonai können je nach Herkunft, Qualität und Alter deutlich variieren. Kleine, einjährige Tiere beginnen – je nach Händler oder Züchter – meist bei 20 bis 30 Euro pro Fisch. Für zweijährige, gut entwickelte Tiere mit sauberer Zeichnung und stabilen Merkmalen liegen die Preise häufig bei etwa 60 Euro.

Besonders hochwertige Exemplare mit hervorragender Körperform, klarer Zeichnung und ausgeprägter Qualität können jedoch deutlich teurer sein und 200 Euro oder mehr kosten. Solche Spitzenfische stammen oft aus spezialisierten japanischen Linien und sind entsprechend selten. Da Deutschland bislang kein ausgeprägtes „Goldfischland“ ist, werden diese Preise hier nur selten aufgerufen und wirklich herausragende Tiere finden nur vereinzelt den Weg zu uns.

Fakten vom Wakin & Watonai im Überblick

Merkmale Wakin Watonai
Kopf
Normal
Normal
Augen
Normal
Normal
Körperform
Kräftig, leicht gestreckt, nicht rund
Langgestreckt, kräftig, zwischen Wakin & Ryukin, ohne Rückenbuckel
Rückenflosse
Normal ausgeprägt
Normal ausgeprägt
Schwanzflosse
Doppelt, gut gespreizt
Doppelt, deutlich länger, weich fließend
Afterflosse
Paarig (Zuchtziel), einseitig = Abwertung
Paarig (Zuchtziel), einseitig = Abwertung
Farben
Rot, Orange, Weiß, Rot‑Weiß, Calico
Rot, Orange, Weiß, Rot‑Weiß, Calico
Größe
Ø ca. 30 cm
Ø 30–35 cm, wirkt durch Flossen größer
Lebenserwartung
10–15 Jahre
10–15 Jahre
pH‑Wert
6,0–8,6 (optimal ~7,2)
6,0–8,6 (optimal ~7,2)
Wasserhärte
Weich bis hart
Weich bis hart
Temperatur
6–36 °C, winterhart
6–36 °C, winterhart, etwas empfindlicher
Beckengröße (stark gefiltert)
Ab 1.000 l; 50 l pro einjährigem Tier; 200 l pro adultem Wakin
Ab 1.000 l; 50 l pro einjährigem Tier; 200 l pro adultem Watonai
Beckengröße (schwach gefiltert)
Ab 2.000 l für 5 Tiere; +500 l pro weiterem
Ab 2.000 l für 5 Tiere; +500 l pro weiterem

Fazit zu Wakin & Watonai

Wakin und Watonai gehören zu den traditionsreichsten und zugleich attraktivsten Goldfischvarietäten, die sich hervorragend für die Teichhaltung eignen. Beide Formen zeichnen sich durch einen kräftigen, langgestreckten Körperbau, eine doppelte Schwanzflosse und ein ruhiges, soziales Wesen aus. Während der Wakin als klassische japanische Varietät gilt, verbindet der Watonai die robuste Körperform des Wakin mit der eleganten, lang fließenden Flossenpracht des Ryukin – und wirkt dadurch besonders majestätisch.

In der Haltung zeigen sich beide Varietäten unkompliziert, solange grundlegende Bedingungen erfüllt sind: eine ausreichende Teichgröße, gute Filterung, stabile Wasserwerte und eine Gruppe von mindestens fünf Tieren. Sowohl Wakin als auch Watonai sind winterhart und kommen mit einem breiten Spektrum an Wasserwerten zurecht, benötigen jedoch genügend Sauerstoff und sollten nicht mit hektischen Arten wie Orfen vergesellschaftet werden.

Auch in der Ernährung sind beide Formen anspruchslos, profitieren aber von hochwertigem Futter und einer passenden Pelletgröße. Pflanzen werden gerne angeknabbert, doch robuste Arten wie Wassernuss, Froschbiss oder Hornkraut bleiben meist verschont.

Wer sich für diese Varietäten entscheidet, erhält langlebige, aktive und beeindruckend schöne Teichfische, die – bei guter Pflege – viele Jahre Freude bereiten. Besonders hochwertige Tiere sind selten und entsprechend wertvoll, doch selbst einfache Exemplare bringen die elegante Ausstrahlung dieser alten japanischen Zuchtlinien in jeden Teich.

Bis zum nächsten Mal.

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3 Gedanken zu „Wakin & Watonai Goldfisch“

  1. Hallo Marc,
    deine Beschreibung des Wakin möchte ich, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, eher als klassisch – vage, wie in frühen Überlieferungen, bezeichnen. So werden Sie leider in manchen Publikationen immer noch beschrieben.
    Moderne Wakin unterscheiden sich doch deutlich von der alt hergebrachten Auffassung.
    So ist auch das Titelbild unglücklich gewählt, da dort vermutlich ein Watonai abgebildet ist.

    Die Körperform normal kräftig bis leicht gedrungen. Eiförmige würde man eher zur Fantail Varietät zählen.
    Der Schwanzstiehl folgt der Wölbung der Rückenlinie. Somit ergibt sich eine geneigte Haltung der doppelten Schwanzflosse, die gut gespreizt getragen werden soll. Auch die Analflosse ist zwingend paarig vorhanden.
    Fische mit langen Flossen, wie beim Komet Goldfisch, ansonsten aber vorhergehender Beschreibung entsprechen, heißen Watonai.
    Die vorrangige Färbeung für beide Zuchtformen ist ein kräftiges rot und sauberes silberweiß. Fische die alle Kriterien erfüllen und außerdem noch eine ausgewogene Zeichnung aufweisen sind selten und nicht günstig.
    Ansonsten kommen auch alle anderen Farbtypen vor.

    Bei normalen Goldfischen können immer mal doppflossige auftreten, diese sind aber keine Wakin sondern Zufallsproduckte während der Zucht, ohne Auslese und Stabilisierung gewünschter Merkmale.
    Für Fehler möge man mich steinigen und rigo
    ros korrigieren. 😁
    Meine Beschreibungen habe ich nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben, basierend auf aktuellen Publikationen und Standards international anerkannter Züchtervereinigungen.

    VG, Henry

    1. Hallo Henry,

      vielen Dank noch einmal für deinen ausführlichen Kommentar – und natürlich auch für deine Mail, die ja bereits deutlich früher bei mir eingegangen ist. Konstruktive Kritik ist bei mir immer willkommen, denn genau dadurch wird der Blog langfristig besser und fachlich sauberer. Ich wollte deine Hinweise aber nicht einfach ungeprüft übernehmen, sondern erst alles in Ruhe recherchieren und sauber einarbeiten – deshalb hat es etwas gedauert.

      Ich habe mir deine Punkte im Detail angesehen und kann dir in vielen Bereichen absolut zustimmen. Besonders deine Hinweise zur modernen Körperform des Wakin, zur geneigten Haltung der Schwanzflosse, zur zwingend paarigen Afterflosse und zur klaren Abgrenzung zum Watonai waren sehr hilfreich. Auch dein Hinweis zum Titelbild war berechtigt – das war tatsächlich eher ein Watonai.

      Da der Watonai in Deutschland zwar selten, aber als eng verwandte und oft verwechselte Varietät relevant ist, habe ich mich entschieden, ihn direkt mit in den Artikel aufzunehmen. So ist die Darstellung vollständiger und fachlich runder.

      Viele Grüße
      Marc

      1. Hallo Marc,
        toll das bei Dir Tipps gern geprüft in den Blog einfließen.
        Sehr schön umgesetzt!
        Ich hatte etwas gezögert, da ich nicht gern wie ein Besserwisser auftreten möchte. Doch der Blog ist so hochwertig daß ich gern beitrage was ich weiß um dem Niveau gerecht zu werden.
        Entschuldige bitte den Doppelpost, ich hoffe Du kannst den löschen.

        Viele Grüße
        Henry

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