Strom sparen in der Goldfischhaltung: Wie mein Balkonkraftwerk Pumpen, Licht & UVC versorgt

Die Innenhälterung meiner Goldfische läuft das ganze Jahr über – mit Pumpen, Licht, UVC‑Klärern und einer konstanten Grundlast, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Irgendwann stellte ich mir die Frage: Kann ich einen Teil dieses Energiebedarfs eigentlich selbst erzeugen? Und wenn ja, wie viel lässt sich damit wirklich sparen?

Genau aus diesem Gedanken heraus habe ich mir ein Balkonkraftwerk angeschafft und auf meinem Flachdach installiert. Nicht nur, um Stromkosten zu reduzieren, sondern auch, um die Technik rund um meine Goldfischhaltung ein Stück nachhaltiger zu machen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich die Anlage aufgebaut habe, welche Komponenten zum Einsatz kommen, wie viel Energie tatsächlich erzeugt wird – und wie gut das Ganze im Jahresverlauf funktioniert.

Viel Spaß beim Lesen.

Die PV‑Anlage im Überblick: Juskys Balkonkraftwerk 600 W

Die Anlage, die ich damals für 499,99 Euro bei Netto gekauft habe, ist heute nicht mehr erhältlich. Es handelte sich um das Juskys Balkonkraftwerk 600 W, ein kompaktes Einsteiger‑Set, das aus zwei Solarmodulen mit jeweils 400 Wp bestand. Zusammen ergaben die Module also 800 Wp, die über den Mikro‑Wechselrichter auf 600 W Ausgangsleistung begrenzt wurden – entsprechend der damals gültigen gesetzlichen Vorgaben.

 

Im Lieferumfang enthalten waren die beiden Module, ein Mikro‑Wechselrichter, ein 5‑Meter‑AC‑Kabel mit Schuko‑Stecker sowie eine Endkappe. Eine Halterung war jedoch nicht dabei, weshalb ich meine Flachdachhalter selbst gebaut habe. Die Module nutzten monokristalline PERC‑Technologie, die auch bei diffusem Licht solide Erträge liefert.

 

Für Einsteiger war das Set grundsätzlich gut geeignet, da es sich dank Schuko‑Stecker ohne Elektriker anschließen ließ. Einschränkungen gab es allerdings beim Wechselrichter, der nicht erweiterbar war und keine 800‑W‑Freischaltung unterstützte. Für meinen Zweck – die Versorgung der Innenhälterung – war das Set dennoch eine preiswerte und funktionale Lösung.

Balkonkraftwerk auf dem Flachdach: Meine selbst gegossenen Betonhalter

Auch hier habe ich wieder viel in Eigenleistung gemacht. Da bei den Photovoltaik‑Modulen keine Flachdachhalter dabei waren und ich keine kaufen wollte, entschloss ich mich, diese selbst zu bauen. Wichtig war mir, die EPDM‑Folie des Flachdachs nicht zu verletzen. Deshalb entschied ich mich dafür, die Halter aus Beton zu gießen, da sie nicht ins Dach verschraubt werden, sondern die Module allein durch ihr Eigengewicht halten.

 

Dazu fertigte ich eine Schalung aus Schalholz auf einer OSB‑Platte an. Auch wenn OSB nicht das ideale Material ist, da es nicht wasserresistent ist, habe ich es trotzdem verwendet – es lag noch bei mir herum. Während des Betonierens legte ich zusätzlich ein Armierungseisen mit 8 mm Stärke mittig in das Bauteil ein, um die Stabilität zu erhöhen.

Nach dem Gießen ließ ich den Beton zwei Tage aushärten und schalte den Halter anschließend vorsichtig aus. Einer von vier Haltern ist damit fertig geworden.

Insgesamt habe ich für die zwei Module vier Halter hergestellt.

Vom Bohren bis zum ersten Strom: Der Aufbau meiner Anlage

Der Aufbau der Anlage war sehr einfach. Ich bohrte jeweils zwei Löcher in die Halter – oben und unten – und schraubte die Module anschließend mithilfe von Dübeln, Klemmen und Haltern auf jeweils zwei Flachdachhalter. Um die EPDM‑Folie zu schützen, kaufte ich zusätzlich Gummipads aus dem Terrassenbau und legte diese zwischen Beton und Folie.

 

An einem der Module befestigte ich den Wechselrichter und verkabelte die Anlage mit den mitgelieferten Kabeln. Zum Schluss musste ich nur noch den Schuko‑Stecker in die Steckdose stecken – und die Anlage produzierte ihren ersten Strom.

 

Als ich die Anlage installierte, galten noch andere gesetzliche Vorgaben. So musste ich sie sowohl beim Energieversorger als auch im Marktstammdatenregister anmelden. Im Gegenzug erhielt ich einen Zweirichtungszähler.

 

Energieverbrauch 2024: Die Zahlen im Detail

Die Grundlage für meine Berechnungen sind die Verbrauchsdaten aus meinem früheren Beitrag. Falls du Lust hast, tiefer einzusteigen oder die Messwerte im Detail zu sehen, verlinke ich dir hier den Artikel:

Energieverbrauch in der Innenhälterung: So optimierst du Technik und Tierwohl

Kategorie Verbrauch (kWh/Jahr) Bemerkung
Licht
578,98
Licht wird inteligent gesteuert
UVC-Klärer
164,93
UVC-Klärer wird in Abhängigkeit der Sonne gesteuert
Pumpen
834,48
Dauerhaft eingeschaltet
Luftpumpe
87,84
Dauerhaft eingeschaltet
Gesamt
1.666,23

Balkonkraftwerk vs. Innenhälterung

Insgesamt hatte die Anlage im Jahr 2024 einen Verbrauch von 1.666,23 kWh. Dem gegenüber steht ein gesamter Ertrag von 666,2 kWh im selben Jahr.

Ersparnis
0%

Balkonkraftwerk: Jahresertrag und Verbrauch

Wie man im nächsten Diagramm sieht, reicht die Anlage nicht aus, um den gesamten Tagesbedarf abzudecken. Der Gesamtbedarf (blaue Linie) liegt pro Tag zwischen einem Minimum von 3,73 kWh und einem Maximum von 5,1 kWh. Die Anlage hingegen produzierte im Jahr 2024 an den besten Tagen nicht mehr als 4,8 kWh – an schlechten Tagen, insbesondere im Winter, sogar gar nichts.

 

Wichtig ist außerdem, dass es sich hierbei nur um eine Gegenüberstellung von Bedarf und Ertrag handelt. Da die Anlage nachts keinen Strom produziert und über keinen Speicher verfügt, ist der tatsächliche Anteil an Netzstrom deutlich höher. Die Innenhälterung bezieht also vor allem in den Abend‑ und Nachtstunden weiterhin Strom aus dem Netz.

Balkonkraftwerk: Jahresverbrauch
Tagesbedarf und Tagesertrag der Anlage im Jahr 2024

Balkonkraftwerk – Analyse im Tagesverbrauch

Kurz vorab zum Diagramm: Hier ist der Energiebedarf im Laufe eines Tages dargestellt. Ganz unten sieht man die Luftpumpe in Grau, darüber die drei Wasserpumpen in Blau. In Violett folgen die drei UVC‑Lampen und in Gelb die sechs Leuchten. Dem gegenüber stehen drei Ertragskurven der PV‑Anlage – vom 13. Mai, 15. Oktober und 24. Dezember. In der dunklen Jahreszeit steht die Sonne deutlich tiefer. Dadurch wirft das Dach des Nachbarhauses am Abend einen Schatten auf die PV‑Module – und genau das führt zu dem abrupten Einbruch der Ertragskurve.

Energiebedarf und Ertrag am 13. Mai, 15. Oktober und 24. Dezember im Tagesverlauf

Im Tagesverlauf erkennt man deutlich, was ich oben bereits angedeutet habe. Nehmen wir den 13. Mai (blaue Linien): Hier liegt die Grundlast für Luft‑ und Wasserpumpen bei 105 Watt. Diese Last bleibt über den gesamten Tag konstant – sie wird also auch nachts benötigt, wenn die PV‑Anlage keinen Strom liefert.

 

Erst ab etwa 5:40 Uhr beginnt die Anlage langsam Strom zu produzieren. Nach und nach werden UVC‑Lampen sowie die Beleuchtung vorne und hinten zugeschaltet, bis eine Gesamtleistung von 279,3 Watt erreicht wird. Ab etwa 9:00 Uhr ist der Ertrag höher als der Verbrauch, sodass die Innenhälterung den erzeugten Strom nicht vollständig nutzen kann. Gegen 18:40 Uhr fällt der Ertrag wieder unter den Verbrauch, und ab etwa 21:00 Uhr wird gar kein Strom mehr produziert.

 

Die Kurven erreichen im Jahresverlauf nicht immer die Werte vom Mai – der 13. Mai war der beste Tag im Jahr 2024. Selbst unter guten Bedingungen, wie am 15. Oktober, wird bereits deutlich weniger Strom erzeugt. Zwar liegt der Ertrag im Peak noch über dem Verbrauch, aber in den Wintermonaten wird selbst an sonnigen Tagen – wie am 24. Dezember – nicht annähernd so viel produziert, wie benötigt wird.

Fazit

Nach einem Jahr mit dem Balkonkraftwerk weiß ich nun sehr genau, wie sich eine PV‑Anlage im Alltag verhält – und vor allem, wie sich der Energiebedarf meiner Innenhälterung tatsächlich zusammensetzt. Die Daten zeigen klar: Ohne Speicher und mit künstlicher Beleuchtung lässt sich der Gesamtbedarf nicht vollständig decken. Trotzdem konnte ich rund 40 % meines Jahresverbrauchs selbst erzeugen – ein Wert, der mich positiv überrascht hat. Ja, ich weiß, so kann man es eigentlich nicht rechnen, aber ich habe nicht nur diese eine Anlage und in Summe fließt der gesamte erzeugte Strom in eine Pumpe, eine Leuchte, eine UVC‑Lampe oder die Heizung für die Goldfische. Seit Mitte 2023 läuft die Anlage nun und bis heute habe ich lediglich 9 kWh ins Netz eingespeist – also nahezu nichts.

Der größte Lerneffekt für mich war, wie stark sich Ertrag und Bedarf zeitlich verschieben. Die PV‑Anlage liefert ihren Strom tagsüber, während die Pumpen konstant laufen und das Licht vor allem morgens und abends benötigt wird. Mit einem Speicher ließe sich dieser Versatz deutlich besser ausgleichen. Und wenn man – wie in einem Glashaus mit transparenten PV‑Modulen – komplett auf künstliches Licht verzichten könnte, wäre der Energiebedarf noch einmal deutlich geringer.

Auch technisch gibt es spannende Optimierungsmöglichkeiten: Eine Schwerkraftfilteranlage würde den Pumpenbedarf reduzieren, zusätzliche Module würden den Ertrag steigern, und ein Speicher könnte die Nachtstunden abdecken. Kombiniert mit einem größeren Wasservolumen ließe sich so ein System bauen, das nicht nur effizienter, sondern auch stabiler und nachhaltiger läuft. Im Grunde bräuchte man ein Glashaus für Goldfische mit einer Insel‑PV‑Anlage 🤔

Unterm Strich hat mir dieses Projekt gezeigt, dass ein Balkonkraftwerk in der Goldfischhaltung nicht nur ein nettes Extra ist, sondern ein echter Baustein für mehr Energieeffizienz. Und es macht Lust auf den nächsten Schritt – hin zu einer noch autarkeren, durchdachten und modernen Anlage.

Bis zum nächsten Mal.

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