Filter für die Goldfischbrut
Die Zucht von Goldfischen ist mehr als nur ein Hobby – sie verlangt Aufmerksamkeit, Sorgfalt und ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere. Besonders in der frühen Entwicklungsphase ist die richtige Filtertechnik entscheidend: zu viel Strömung, falsche Materialien oder unzugängliche Konstruktionen können den Erfolg gefährden.
Statt auf vorgefertigte Lösungen zu setzen, habe ich mich bewusst für einen eigenen Weg entschieden. Mit einem luftbetriebenen Filter, den ich selbst konstruiere und mit dem 3D-Drucker umsetze, verbinde ich technische Präzision mit praktischer Erfahrung. Das Ergebnis ist ein System, das nicht nur funktioniert, sondern auch individuell auf die Anforderungen meiner Goldfischbrut abgestimmt ist.
Viel Spaß beim Lesen.
Meine Anforderung für den Filter für die Goldfischbrut
Im Vorfeld mache ich mir Gedanken darüber, welche Anforderungen ich an meinen Filter für die Goldfischbrut stelle. Klar, ich könnte einfach einen Filter aus dem Handel kaufen – aber ein wichtiger Aspekt bei der Goldfischhaltung, insbesondere bei der Zucht, ist für mich das Selbermachen. Dieser Teil macht mir fast genauso viel Spaß wie das Beobachten der Goldfische. Damit später nichts schiefgeht, habe ich folgende Punkte notiert:
Jungfische sind nicht kräftig genug, um gegen starke Wasserbewegungen anzuschwimmen. Der Filter sollte eine niedrige Durchflussrate haben oder über einen Diffusor verfügen, um die Strömung zu mildern. Bei zu starker Strömung können sich die Tamasaba oder Ryukin nicht richtig entwickeln – sie passen sich an und verlieren an Volumen.
Eine gute Ansiedlung von nützlichen Bakterien ist entscheidend für den Abbau von Ammoniak und Nitrit. Das Filtermaterial sollte diesen Prozess optimal unterstützen.
Der Filtereinlass muss feinmaschig oder mit einem Schaumstoffschutz versehen sein, damit keine Fischbrut eingesogen wird. Er darf keine scharfen Kanten haben, die die Jungfische verletzen könnten.
Es dürfen keine giftigen Stoffe an das Wasser abgegeben werden. Alle verwendeten Materialien müssen für die Aquaristik geeignet und wasserneutral sein.
Filter und Zubehör müssen regelmäßig gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Der Filter sollte sich werkzeuglos zerlegen lassen. Es darf keine Bereiche geben, die bei der Reinigung unzugänglich sind.
Mein DIY-Filter für die Goldfischbrut – durchdacht, gedruckt, effizient
Die Entscheidung ist gefallen: Für meine Goldfischbrut setze ich auf einen luftbetriebenen Filter, den ich selbst konstruiere und mit dem 3D-Drucker umsetze. Warum? Weil das Selbermachen für mich ein zentraler Bestandteil der Goldfischhaltung ist – es verbindet Technik, Kreativität und Verantwortung gegenüber den Tieren.
Die Idee hinter dem Filter
Goldfischbrut ist empfindlich. Ein herkömmlicher Filter aus dem Handel kann schnell zu stark sein oder gar zur Gefahr werden, wenn Jungfische angesaugt werden. Deshalb habe ich ein eigenes Konzept entwickelt, das auf folgende Prinzipien setzt:
Sanfte Wasserbewegung durch Luftheber-Technik
Mechanische Sicherheit durch eine feinporige Filtermatte
Effiziente biologische Reinigung durch gezielte Führung des Wassers durch Biofiltermaterial
Modularer Aufbau für einfache Reinigung und Wartung
Der Aufbau im Detail
Ich werde eine Filterbox drucken, die mehrere Funktionen vereint:
Luftheberkammer Ein Bereich ist speziell für den Luftheber vorgesehen, der das Wasser sanft und zuverlässig zurück ins Becken befördert
Ansaugbereich mit Schutz Damit keine Fischbrut angesaugt wird, statte ich den Einlass mit einer Filtermatte aus. Diese wirkt wie ein mechanischer Schutzschild und sorgt gleichzeitig für eine erste Grobreinigung.
Zwischenboden mit Kanälen Hinter der Filtermatte befindet sich ein Zwischenboden, der das Wasser durch kleine Kanäle gezielt an eine Seite der Box leitet. So wird der Wasserfluss kontrolliert und gleichmäßig verteilt.
Biofilterkammer Dort angekommen, durchströmt das Wasser das Biofiltermaterial – ideal für die Ansiedlung nützlicher Bakterien, die Ammoniak und Nitrit abbauen.
Sammelkanal mit Luftheber Am Ende gelangt das gereinigte Wasser in den Sammelkanal, wo der Luftheber sitzt und es sanft zurück ins Aquarium befördert.
Warum dieser Filter?
Die Box
Die Filterbox hat eine kompakte Größe von 150 × 180 × 87 mm und besteht aus robustem Kunststoff mit einer Wandstärke von 2,5 mm und einem Boden von 2 mm. Diese Maße sorgen für Stabilität, ohne unnötig Material zu verschwenden.
Ein zentrales Element ist die Bohrung für den Luftheber, die einen Durchmesser von 20,2 mm aufweist – präzise genug, um den Luftheber sicher zu fixieren und gleichzeitig einen reibungslosen Wassertransport zu gewährleisten.
Der Innenraum ist in zwei Ebenen unterteilt:
Der untere Bereich misst 50 mm in der Höhe und dient als Technik- und Strömungszone.
Darüber bleibt ein 30 mm hoher Bereich für die Filtermatte, die als mechanische Barriere dient und verhindert, dass Fischbrut angesaugt wird.
Durchdachte Details für optimale Funktion
Damit die Filtermatte sicher sitzt und die Wasserführung gezielt erfolgt, habe ich zwei Nuten für Trenngitter integriert. Diese ermöglichen eine klare Trennung der Bereiche und erleichtern die Wartung.
Besonders wichtig war mir die Stabilität des Zwischenbodens, der das Wasser durch kleine Kanäle an die Seite des Filters leitet. Im Bereich des Lufthebers habe ich daher eine Auflagefläche vorgesehen, die verhindert, dass sich der Zwischenboden durchdrückt oder verbiegt – ein kleines Detail mit großer Wirkung.
Die Trennwände
Die Trenngitter haben die Maße 174 mm × 50 mm bei einer Materialstärke von 2,5 mm und passen exakt in die dafür vorgesehenen Nuten. Die Gitterlöcher sind quadratisch und messen jeweils 5 mm × 5 mm. Insgesamt bestehen die Gitter aus 7 Reihen mit je 24 Löchern, was eine Gesamtanzahl von 168 Öffnungen ergibt.
In der Mitte der Absperrgitter wurde jeweils ein Abstandshalter integriert. Dieser sorgt dafür, dass das Filtermaterial im Inneren nicht die Gitter verformt. So bleibt die Struktur stabil und die Filterwirkung dauerhaft erhalten.
Der Zwischenboden
Der Zwischenboden hat die Maße 174,5 mm × 129,5 mm und deckt damit die gesamte Fläche des Filtermaterials sowie des Lufthebers vollständig ab. Mit einer Materialstärke von nur 1 mm ist er besonders materialsparend, erhält jedoch seine Stabilität durch die integrierten Erhöhungen, die gleichzeitig als Wasserkanäle dienen. Diese Kanäle sind 2,5 mm breit und 2 mm hoch und sorgen für eine gezielte Wasserführung.
Die Konstruktion des Zwischenbodens zwingt das Wasser, das zuvor durch die Filtermatte gefiltert wurde, zunächst auf die rechte Seite der Filterkammer. Von dort strömt es anschließend wieder nach links, durch das biologische Filtermaterial, bis es schließlich den Luftheber erreicht und zurück ins Aquarium befördert wird.
Das Abdeckgitter
Der letzte Bestandteil ist das Abdeckgitter. Es ist zwar nicht zwingend erforderlich, erfüllt jedoch eine wichtige Funktion: Es verhindert, dass die Filtermatte herausrutscht und sorgt somit für einen sicheren Sitz während des Betriebs. Das Abdeckgitter ist passgenau konstruiert und liegt exakt auf der Box auf, wodurch sie sauber abgeschlossen wird.
Fazit
Mit dem selbst konstruierten, luftbetriebenen Filter für meine Goldfischbrut habe ich eine Lösung geschaffen, die technische Präzision mit den praktischen Anforderungen der Zucht vereint. Die durchdachte Wasserführung, der modulare Aufbau und die mechanische Sicherheit bilden ein solides Fundament für eine gesunde Entwicklung der Jungfische.
Doch damit ist das Projekt noch lange nicht abgeschlossen: Im nächsten Blog widme ich mich der Auswahl der passenden Filtermatte und des biologischen Filtermaterials – zwei entscheidende Komponenten für die langfristige Wasserqualität. Außerdem gehe ich detailliert auf die Konstruktion des Lufthebers ein und teile erste Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb. Denn wie so oft zeigt sich die wahre Qualität einer Idee erst in der Praxis.
Bleib dran – es lohnt sich.
Bis zum nächsten Mal.
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